Balantiocheilos melanopterus, Haibarbe

Haibarbe: Haltung & Zucht

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Merkmale, Herkunft und hilfreiche Informationen für Hobbyisten

Artenprofil Balantiocheilos melanopterus, Haibarbe

Herkunft Aussehen Vergesellschaftung Lebensraum Nahrung Geschlechtsunterschiede Zucht Steckbrief Kauf

Ein Schwarm von Haibarben ist ein faszinierender Anblick in einem großen Aquarium. Diese südostasiatischen Fische sind keine echten Haie, aber ihr haifischähnliches Aussehen und ihre Größe machen sie zu einem beeindruckendem Haustier. Wer mit der Anschaffung dieses Süßwasserfisches liebäugelt benötigt ein großes Aquarium mit einer Kantenlänge von mindestens 240 cm.

Wissenschaftliche Name: Balantiocheilos melanopterus
Gebräuchlicher Name: Haibarben
Fischgröße: 30 – 50 cm
Temperatur: 20 – 28 °C
Haltung: Anfänger
Aquariumgröße: 600 Liter

Herkunft und Verbreitung

Haibarben stammen ursprünglich aus Südostasien (Bandjarmasin, Borneo, Indonesien) und leben dort in mittelgroßen bis großen Flüssen sowie in Seen wie im Danau Sentarum Nationalpark. Ursprünglich waren sie in Thailand, Borneo, Sumatra und auf der malaiischen Halbinsel zu finden. Sie sind jedoch in vielen ihrer Lebensräume, die sie bewohnten, selten geworden und gelten in einigen Regionen als völlig ausgestorben.

Sie stehen seit 1996 auf der Roten Liste der bedrohten Arten der IUCN. Die im Aquarienhandel angebotenen Exemplare stammen alle aus südostasiatischen Fischzuchtfarmen.

Aussehen

Mit seinem torpedoförmigen Körper und der großen dreieckigen Rückenflossen ähnelt das Aussehen der Haibarbe deutlich an einen Hai. Die Art gehört jedoch zur Familie Karpfenartigen (Cypriniden) und der wissenschaftliche Name lautet Balantiocheilos melanopterus.

Die Haibarbe hat einen silbrig-metallisch glänzenden Körper, auf dem die Schuppen deutlich sichtbar sind. Sie hat große Augen und einen einem gegabelten, gelb gefärbten Schwanz. Die Rücken-, Schwanz-, Becken- und Afterflossen sind alle tiefschwarz umrandet. Die dominierenden Farben silber, gelb und schwarz haben ihm in einigen Ländern zum Namen Dreifarbiger Hai verholfen.

Das wichtigste Merkmal, das beim Kauf noch nicht sichtbar ist, da die Fische in der Regel mit einer Größe von drei bis vier Zentimetern verkauft werden ist die Größe einer erwachsenen Haibarbe. In der freien Natur werden Haibarben bis zu einem Meter groß. Im Aquarium erreichen sie in der Regel eine Größe zwischen 30 bis 50 Zentimeter.

Verhalten und Vergesellschaftung

Solange die Haibarben noch jung sind, können sie problemlos mit vielen Fischarten vergesellschaftet werden. Je älter und größer sie werden umso schwieriger wird die Vergesellschaftung mit anderen Beckenpartnern. Mit dem Erwachsen werden wird es vorkommen das kleine Fische wie z.B. der Neonsalmler oder Wirbellose Tiere wie Schnecken und Garnelen schnell zum Futter werden. In der freien Natur gehören Schnecken und Garnelen zum Speiseplan der Haibarbe.

Mit ihren schnellen Bewegungen im Wasser verschreckt diese Art besonders scheue und langsame Beckenpartner, darum sollte sich die Wahl eventueller Beckenpartner auf robuste, ähnlich große Arten beschränken. Mögliche Beckenpartner sind: Hypsibarbus wetmorei, Barilius, Osteochilus, Cyclocheilichthys, Barbonymus und Mystacoleucus Arten.

Die Haibarbe ist ein Schwarmfisch, die in einer Gruppe von mindestens fünf Tieren gehalten sollte, da die Art eine ausgeprägte Hackordnung entwickelt, die sich nur bei einer größeren Anzahl von Tieren so entwickeln kann, das einzelne Tiere nicht ständig schikaniert werden.

Bei der Vergesellschaftung von Haibarben sollte Sie wissen das diese Art kein idealer Fisch für ein Gemeinschaftsaquarium ist.

Lebensraum und Pflege von Haibarben im Aquarium

Der wichtigste Faktor für einen artgerechten Lebensraum im Aquarium ist die Größe des Aquariums. Haibarben sind aktive Schwimmer, die viel Platz benötigen und deshalb ein Aquarium mit einer Kantenlänge von mindestens 240 cm benötigen, in Volumen bedeutet dies ab 600 Liter. Bedenken Sie dies bevor sie diesen Fisch für ihr Heimaquarium kaufen.

Aquariendekoration: Die Wahl der Dekoration ist nicht so entscheidend bei dieser Art. Dekorieren Sie das Becken mit großen, robusten Pflanzen am Rande des Beckens und lassen Sie in der Mitte des Beckens viel freien Schwimmraum. Glatte Steine und Treibholz runden die Dekoration ab.

Wassertemperatur: Haibarben akzeptieren Temperaturen zwischen 20 bis 28 °C. Bei zu niedrigen reagieren sie empfindlich und werden anfällig für die Weißpünktchenkrankheit.

pH-Wert und Wasserhärte: Beim pH-Wert ist diese Art sehr tolerant und akzeptiert Werte zwischen 6,0 bis 8,0. Die Wasserhärte kann zwischen 2 bis 15 °dGH liegen.

Aquarium Abdeckung: Da diese Art dazu neigt aus dem Becken zu springen, besonders wenn sich die Fische erschrecken, empfiehlt sich eine Abdeckung. Schwimmpflanzen sind ebenfalls geeignet, um die Fische vom Herausspringen abzuhalten.

Filterung: Diese Art eine sehr gute Wasserqualität und eine starke Strömung mit einem Wasser das einen hohen Sauerstoffgehalt hat. Ein bis zwei große Aquarienaußenfilter werden benötigt, um den Tieren eine optimale Wassersäule zu bieten.

Haibarbe: Ernährung und Fütterung

Wie viele Cypriniden ist die Haibarbe ein Allesfresser die sich in ihrem natürlichen Lebensraum hauptsächlich von Insekten, Krebstieren, Algen und anderem Pflanzenmaterial ernährt. Im Aquarium stellt diese Art keine besonderen Ansprüche an das Futter und nimmt fast alles an was ihr angeboten wird.

Damit die Fische gut im Aquarium gedeihen und sich in ihren besten Farben präsentieren sollten sie regelmäßig mit lebender und gefrorener Nahrung wie Mückenlarven, Wasserflöhe und Artemia versorgt werden. Auch Flockenfutter von hoher Qualität, Granulat und viel Gemüse gehört zur ausgewogenen Ernährung dazu. Bevorzugte Gemüsearten sind: geschälte Erbsen, blanchierte Zucchini, Spinat und gehackte Früchte. Erwachsene Exemplare fressen auch gehackte Regenwürmer, Garnelen und Muscheln.

Geschlechtsunterschiede bei der Haibarbe

Junge Haibarben können nicht unterschieden werden. Eine Unterscheidung der Geschlechter ist erst bei geschlechtsreifen Exemplaren möglich, dann haben die Weibchen einen deutlich dickeren Bauch als die Männchen.

Zucht von Haibarben

Bislang ist eine Zucht im Heimaquarium nach unseren Kenntnissen nicht gelungen. Sehr wahrscheinlich benötigen die Fische mehr Platz zum Laichen als ihnen im Aquarium angeboten wird. Bei der kommerziellen Züchtung werden Hormone verwendet, um das Laichen auszulösen.

Die kommerziellen Züchter in Asien setzen jedoch Hormone ein, um das Laichen auszulösen, so dass die natürlichen Laichbedingungen noch weitgehend unbekannt sind.

Steckbrief Haibarbe

Klassifizierung: Ordnung: Cypriniformes – Familie: Cyprinidae– Gattung: Cyprininae
Gebräuchliche Namen: Haibarbe, Dreifarbiger Hai
Wissenschaftlicher Name Balantiocheilos melanopterus, Bleeker 1850
Synonyme Barbus melanopterus Bleeker, 1850
Färbung Silber, gelb und schwarz
Lebensraum/Herkunft Südostasien
Lebenserwartung 10 Jahre
Fischgröße 30 – 50 cm
Temperatur 20 – 28 °C
pH-Werte 6,0 – 8,0
Gesamtwasserhärte 2-15 °dGH
Karbonathärte 2-15 °dKH
Aquariengröße 600 Liter, Kantenlänge 240 * 60 cm
Region im Becken alle Zonen
Nahrung Allesfresser: Flockenfutter, Granulat, Lebendfutter, Gefrierfutter, Gemüse
Verhalten friedlich, ausgeprägte Hackordnung
Anzahl Tiere 5 – 10 Tiere
Schwierigkeitsgrad Anfänger
Zucht im Aquarium nicht gelungen
Vergesellschaftung robuste, ähnlich große Arten
Titelbild Lerdsuwa

Haibarben kaufen

Diese Art wird kommerziell gezüchtet und daher sind sie im Aquaristik-Handel in der Regel verfügbar. Bedenken Sie beim Kauf der kleinen 3-5 Zentimeter das sie mindestens 30 Zentimeter groß werden. Diese Fischart ist auch im online Zierfischhandel verfügbar.