Puntius tetrazona, Sumatrabarbe

Sumatrabarbe: Haltung & Zucht

Merkmale, Herkunft und hilfreiche Informationen für Hobbyisten

Artenprofil Puntigrus tetrazona, Sumatrabarbe:
Erscheinungsbild Geschlechtsunterschiede Lebensraum Ernährung Vergesellschaftung Zucht Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Puntigrus tetrazona
Gebräuchlicher Name: Sumatrabarbe
Fischgröße: bis 6 cm
Temperatur: 20° – 26°C
Haltung: Fortgeschritten
Aquariumgröße: 100 Liter

Die bei vielen Hobbyisten beliebte Sumatrabarbe zählt zu der am weitesten verbreiteten Barben-Art, die pflegeleicht ist, vorausgesetzt man berücksichtigt den tendenziell aggressiven Charakter dieses Süßwasserfischs. Wenn die Sumatrabarbe in einem Schwarm mit hoher Geschwindigkeit durch das Becken schwimmt dann ist dies ein faszinierend Anblick!

Da die Barbe jedoch dazu neigt jeden Fisch mit längeren Flossen an diesen anzubeißen ist es wichtig die Beckenpartner mit Bedacht zu wählen. In artgerechter Umgebung kann die Sumatrabarbe ein Alter bis zu sieben Jahren erreichen und ist ein Haustier für längere Zeit.

Herkunft und Verbreitung

Der natürliche Lebensraum der Sumatrabarbe ist in Borneo, Malaysia, Sumatra sowie in Thailand und Kambodscha. Neben ihrer ursprünglicher Heimat wurde die Barbe in Singapur, Australien, Nordamerika und Kolumbien eingeführt.

In freier Wildbahn leben Sumatrabarben in langsam fließenden Flüssen und Nebenflüssen mit Sand und Steinen als Bodengrund und einer üppigen Vegetation, häufig mit überhängenden Bäumen. Dort finden sie Insekten, Algen, Wirbellose und pflanzliche Abfälle zum Fressen. Die heimischen Gewässer sind in der Regel klar und stark sauerstoffhaltig.

Erscheinungsbild

Vier schwarze Längsstreifen auf einem orange-gelben Körper, die an die Musterung eines Tigers erinnern lassen, erkennen warum diese Barbe in einigen Ländern auch als Tigerbarbe bezeichnet wird. Rot umrandete Flossen und ein rotes Maul geben der beliebten Sumatrabarbe noch mehr Farbe. Ihre ursprünglichen Farben wurden durch jahrelange Zucht und Selektion um Farbtöne wie grün, schwarz, rot und Albino erweitert.

Verhalten und Vergesellschaftung von Sumatrabarben

Sumatrabarben sollten in einer Gruppe von mindestens zehn Exemplaren gehalten werden, denn wenn die Gruppe kleiner ist, werden die übrigen Fische im Becken schikaniert. In großen Gruppen tragen sie alle Aggressionen untereinander aus und behelligen keine Beckenpartner.

Auch langsam schwimmende Fische oder Fische mit langen Flossen wie Skalare oder Bettas sind nicht zur gemeinsamen Haltung mit der Barbe geeignet, da sie die Flossen anknabbern.

Die optimale Art der Haltung ist ein mit lebenden Pflanzen ausgestattetes 100 Liter Becken, in dem ein Schwarm am besten zur Geltung kommt. Um noch mehr Farbe in das Becken zu bekommen kann eine Sumatrabarben-Gruppe aus verschiedenen Farbvarianten zusammengestellt werden.

Wenn das Aquarium groß genug ist, kann die Sumatrabarbe auch mit Schmerlen, Welsen oder Platys vergesellschaftet werden. Eine gute Wahl ist die Prachtschmerle, weil sie mit der Barbe gemeinsam schwimmt und sich an ihr Verhalten anpasst.

Ernährung der Sumatrabarbe

Wie bei allen Fischen gilt auch bei der Sumatrabarbe das sie mit unterschiedlichen Futtermitteln gefüttert werden sollte damit ihre Gesundheit und Farbenpracht erhalten bleibt. Obwohl die kleine Barbe ein Allesfresser ist, bevorzugt sie wirbellose Tiere. Eine gute Futterwahl ist ebenso ein hochwertiges Flockenfutter sowie Lebend- und Frostfutter wie Artemia und Blutwürmer. Auch gekochtes Gemüse wird gern gefressen. Je ausgewogener die Ernährung ist umso besser sind die Fische vor Krankheiten geschützt.

Geschlechtsunterschiede

Der Geschlechtsunterschied zwischen Männchen und Weibchen ist gut zu erkennen, die Männchen sind schlanker, kleiner, leichter und an der Färbung ihrer roten Nase zu erkennen, wenn sie paarungsbereit sind. Dagegen sind die Weibchen rund mit einem breiteren Bauch und auch größer.

Lebensraum und Pflege der Sumatrabarbe

Obwohl Sumatrabarben in weichem, leicht sauren Wasser am besten gedeihen, akzeptieren sie auch eine große Bandbreite an Wasserbedingungen, wobei die Temperaturanforderung so gering ist das die Barbe auch in einem unbeheizten Aquarium gehalten werden kann.

Wasserwerte für Sumatrabarben

Der pH-Wert kann zwischen 5,0 – 8,0 liegen, bei einer Wasserhärte von 5-19 dH und 3 – 17°dGH. Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 20 – 26°C.

Überprüfen Sie Vor-Ort ihre Wasserwerte um sicherzustellen ob Sie einen Wasseraufbereiter benötigen oder das Leitungswasser direkt nutzen können.

Bepflanzung und Bodengrund

Eine dichte Randbepflanzung mit lebenden Aquariumpflanzen bieten Rückzugsmöglichkeiten und entsprechen dem natürlichen Lebensraum. Das Substrat sollte sandig sein und kann mit Steinen unterschiedlicher Größe dekoriert werden. Eine gute LED-Beleuchtung vervollständigt die Einrichtung.

Aquariumgröße und Filtration

Die Barbe ist ein schneller Schwimmer und benötigt ausreichend Platz, deshalb wird ein Aquarium mit einer Mindestlänge von 80 cm und einem Volumen von 100 Liter benötigt, was ausreichend ist für einen Schwarm von 10 Exemplaren.

Um das Wasser sauber zu halten benötigen Sie einen Qualitäts-Filter der die Fische mit einer leichten Strömung versorgt, damit sie sich wohl fühlen.

Zucht

Für eine erfolgreiche Nachzucht der Sumatrabarbe ist ein separates Zuchtbecken unumgänglich da die Barbe ein Eierfresser ist, der seine eigenen Eier frisst und jede Gelegenheit nutzen wird dies zu tun. Das Zuchtbecken kann nach dem Laichen als Aufzuchtbecken für die Jungtiere genutzt werden.

Um ein Zuchtpaar zu erhalten, halten Sie mindestens ein halbes Dutzend dieser Fische und lassen Sie sie sich paaren. Um den Laichvorgang zu stimulieren, füttern Sie die Zuchttiere mit viel Lebendfutter, und sobald sich ein Paar gebildet hat, setzen Sie sie in das separate Zuchtbecken um.

Das Zuchtbecken sollte weiches, saures Wasser und feinblättrige Pflanzen haben. Das Substrat ist weniger entscheidend und kann auch weggelassen werden. Um die Eier vor den Eltern zu schützen, sollte ein Netz über dem Bodengrund gespannt sein.

Um das Ablaichen zu fördern ist es ratsam einen Teilwasserwechsel zu machen und die Temperatur, um bis zu zwei Grad zu erhöhen. Das Pärchen sollte dann innerhalb von zwei Tagen laichen.

Einige Züchter simulieren auch die Regenzeit im Becken, in dem sie Wasser über einen Gießkannensprenger in das Becken laufen lassen und damit das Signal zur Brutzeit aussenden.

Das Ablaichen erfolgt in den frühen Morgenstunden, wobei das Weibchen bis zu 200 Eier ablegt, die sofort vom Männchen befruchtet werden. Nach der Befruchtung sollte das Brutpaar sofort entfernt werden.

Etwa 36 Stunden nach der Befruchtung schlüpfen die Jungtiere und nach fünf Tagen sind sie freischwimmend. Füttern Sie die Jungfische mit frisch geschlüpften Salinenkrebsen, bis sie groß genug sind, um fein zerkleinertes Flockenfutter anzunehmen.

Steckbrief Sumatrabarbe

Klassifizierung: Ordnung: Cypriniformes – Familie: Cyprinidae – Gattung: Puntius
Gebräuchliche Namen: Sumatrabarbe, Tigerbarbe
Wissenschaftlicher Name Puntigrus tetrazona, Bleeker 1855
Synonyme Puntius tetrazona; Capoeta tetrazona Bleeker 1855; Barbus tetrazona Bleeker 1855; Systomus tetrazona Bleeker 1855; Systomus sumatranus Bleeker 1860; Systomus sumatrensis Bleeker 1860
Färbung gelb-orange mit schwarzen Längsstreifen; durch Zucht Platin, Grün, Rot, Albino
Lebensraum/Herkunft Zentral- und Süd-Sumatra, Borneo, eingeführt in Singapur, Australien, die Vereinigten Staaten, Kolumbien, Suriname
Lebenserwartung bis 7 Jahre
Fischgröße bis 25 cm
Temperatur 20 – 26° C
pH-Werte 5,0 – 8,0
Gesamtwasserhärte  5 – 19° dGH
Karbonathärte 3 – 17° dKH
Aquariengröße ab 100 Liter
Region im Becken mittler und oberer Bereich
Nahrung Allesfresser, bevorzugt Frostfutter und Lebendfutter
Verhalten aggressiv
Anzahl Tiere mindestens 10
Schwierigkeitsgrad mittel
Zucht einfach
Vergesellschaftung Schmerlen, Welse, Platys
Titelbild Faucon