Siamesischer Kampffisch, Betta splendens

Siamesischer Kampffisch (Betta): Haltung & Zucht

sera fischfutter

Merkmale, Herkunft und hilfreiche Informationen für Hobbyisten

Artenprofil Siamesischer Kampffisch, Betta splendens:

Erscheinungsbild Herkunft Geschlechtsunterschiede Lebensraum Ernährung Vergesellschaftung Zucht Steckbrief

Wissenschaftliche Namen: Betta splendens
Gebräuchlicher Name: Siamesischer Kampffisch, Betta
Fischgröße: 6 cm
Temperatur: 24°C – 30°C
Haltung: einfach
Aquariumgröße: 30 Liter

Neben dem Goldfisch sind Betta-Fische die im allgemeinen als Siamesische Kampffische bekannt sind einer der beliebtesten Süßwasserfische, die von angehenden Fischliebhabern gekauft werden. Leider sind allzu häufig diese schönen Fische in kleinen „Kampffisch-Gefäßen“ anzufinden und werden gemeinsam mit dem Fisch verkauft. Ein Betta-Fisch benötigt jedoch mehr Platz als die meisten Fischhalter vermuten. Der Verkauf eines Kampffisches in einem kleinen Glas das eher an, eine Blumenvase als an ein Aquarium erinnert, ist eine beliebte Verkaufstechnik. Ein solches Gefäß ist keine geeignete Umgebung für einen Kampffisch.

Herkunft und Verbreitung

Kampffische bzw. Bettas sind in Thailand Indonesiens, Malaysias, Vietnams und Teilen Chinas beheimatet. Die natürlichen Lebensräumen des Bettas sind Reisfelder, Teiche, langsam fließende Bäche und Sümpfe mit dichter Vegetation. Inzwischen wurden Bettas an vielen Orten eingeführt, so dass in vielen Ländern nicht einheimische Populationen entstanden sind.

Die Bezeichnung „Siamesischer Kampffisch“ ist auf die frühere Namensgebung Thailands, nämlich Siam und aufgrund der organisierten Kämpfe zwischen den Männchen geprägt, ähnlich wie bei Hahnenkämpfen. Diese Kämpfe werden auch heute noch ausgetragen, um Wetteinnahmen zu erzielen. An einigen Orten werden die Männchen speziell auf ein aggressives Verhalten gezüchtet, um bei einem Wettkampf möglichst als Sieger aus dem Kampf hervorzugehen.

Erscheinungsbild

Die leuchtende Färbung und die langen, fließenden Flossen des männlichen Bettas haben ihn zu einem der bekanntesten Aquarienfische gemacht. Die Weibchen sind in der Regel nicht so farbenprächtig und haben viel kürzere Flossen. Von Natur aus ist diese Art nicht besonders farbenprächtig, sondern präsentiert sich in einem schlichten und eher unauffälligen dunklen grün.

Durch selektive Zucht in Gefangenschaft ist eine große Vielfalt an Farben entstanden, darunter Orange, Rot, Rosa, Blau, Grün, Türkis, Braun, Weiß, Gelb Braun und Schwarz. Heute präsentiert sich der Kampffisch in einer Vielzahl von Farbkombinationen, die von einfarbig bis zu gemusterten Farbtönen reichen.

Zeitgleich wurden auch die Flossentypen haben sich durch die Zucht selektiert. Zu den Schleierschwänzen sind Kronenschwänze, Deltas, Fächer, Halbmonde, Leierschwänze und geteilte Schwänze hinzugekommen, um nur einige zu nennen. Inzwischen existieren 73 unterschiedliche Varianten des Kampffischs.

Beide Geschlechter haben einen torpedoförmigen Körper und ein nach oben gerichtetes Maul, das auf die Nahrungsaufnahme an der Oberfläche ausgerichtet ist. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Größe von fünf bis sieben Zentimeter, wobei die Weibchen etwas kleiner sind als die Männchen.

Ein besonderes Merkmal dieser Art ist, wie auch bei Fadenfischen, dass Vorhandensein eines Labyrinthorgans, das den Fischen ermöglicht, Sauerstoff aus der Atmosphäre, statt aus dem Wasser aufzunehmen. Durch diese Form der Sauerstoffversorgung können die Fische auch in sauerstoffarmen Gewässern überleben.

Vergesellschaftung

Männchen können nicht zusammengehalten werden, es sei denn, es sind Trennwände im Becken vorhanden. Wobei die Trennwände so gestaltet sein müssen das sich die Männchen nicht sehen können, ansonsten würden sie ständig versuchen sich trotz der Trennwand zu bekämpfen.Optimal ist eine Einzelhaltung.

Im Unterschied zu den Männchen sind die Weibchen nicht aggressiv und können in der Regel problemlos zusammengehalten werden, und auch ein einzelnes Männchen kann in eine solche Gruppe aufgenommen werden. Sie können mit anderen friedlichen Fischarten vergesellschaftet werden, solange diese klein sind und keine flossenkneifenden Arten sind, wie z. B. Tigerbarben.

Männliche Bettas sollten nicht mit anderen Fischen gehalten werden, die einen ähnlichen Körperbau und lange Flossen haben, da sie diese für Rivalen halten könnten.

Lebensraum und Pflege von Betta Kampffischen

Bettas gehören zu den bekanntesten, farbenprächtigsten und oft auch umstrittensten Fischen in der Süßwasseraquaristik. Es wird darüber intensiv darüber diskutiert, ob es angemessen ist, sie in kleinen Becken zu halten. Um die Bedürfnisse von Kampffischen vollständig zu verstehen, ist es wichtig, einen Blick auf ihren natürlichen Lebensraum zu machen, wo sie in großen Reisfeldern, flachen Teichen und in sehr langsam fließenden Bächen leben.

Die Ursprungsländer der Bettas sind tropisch, was bedeutet, dass die Wassertemperatur warm ist, oft bis in die 30er Grade. Bettas sind wärmebedürftig und werden zusehends inaktiver, wenn die Wassertemperatur unter 23 °C fällt. Die Wassertemperatur ist vielleicht das größte Argument gegen die Haltung eines Bettas in einem winzigen Becken, das nicht ohne Heizung wärmekontrolliert werden kann.

Auch wenn Bettas in Gewässern mit geringem Gehalt an gelöstem Sauerstoff gut zurechtkommen, bedeutet das nicht, dass sie weniger Sauerstoff benötigen als andere Fische. Bettas haben ein spezielles Atmungsorgan, das es ihnen ermöglicht, Luft direkt von der Oberfläche zu atmen. Sie müssen dies sogar von Natur aus tun. In Versuchen, bei denen das Labyrinthorgan entfernt wurde, starben die Fische an Erstickung, obwohl das Wasser mit Sauerstoff gesättigt war. Aus diesem Grund müssen Bettas Zugang zur Wasseroberfläche haben, um Luft direkt aus der Atmosphäre zu atmen.

Optimalerweise sollte das Wasser für die Gesunderhaltung von Bettas weich und warm sein und einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert aufweisen. Die Wasserbewegung sollte so gering wie möglich gehalten werden.

sera aquarium

Bettas können in einem Gemeinschaftsbecken gehalten werden, solange die Wasserbedingungen erfüllt sind und keine aggressiven oder flossenkneifenden Fische vorhanden sind. Allerdings darf in jedem Aquarium nur ein Männchen gehalten werden. Die Weibchen kämpfen im Allgemeinen nicht miteinander und es können mehrere in einem Becken gehalten werden.

Ernährung von Betta Fischen

In der Natur ernähren sich Bettas fast ausschließlich von Insekten und Insektenlarven. Sie haben ein nach oben gerichtetes Maul, mit dem sie Insekten gut fangen können, die ins Wasser fallen. Ihr inneres Verdauungssystem ist auf Fleisch ausgerichtet und hat einen viel kürzeren Verdauungsweg als der von vegetarischen Fischen. Aus diesem Grund ist Lebendfutter die ideale Nahrung für den Betta er kann jedoch auch an Flockenfutter und gefrorenes oder gefriergetrocknetes Futter gewöhnt werden.


Salinenkrebse, Daphnien, Plankton, Tubifex, Glaswürmer und Rinderherz sind allesamt ausgezeichnete Optionen, die gefroren oder gefriergetrocknet angeboten werden können. Wenn Flockenfutter gefüttert wird sollte es mit gefrorenem und gefriergetrocknetem Futter und Lebendfutter ergänzt werden.

Geschlechtsunterschiede

Männchen sind in der Regel leuchtender gefärbt und haben längere und fließende Flossen. Sie haben auch einen ausgeprägteren „Bart“ unter den Kiemendeckeln und sind insgesamt größer als die Weibchen. Die Weibchen haben kurze Flossen und zeigen vertikale Streifen und einen Eifleck, wenn sie paarungsbereit sind.

Betta Kampffisch Zucht

Betta Kampffische haben eine relativ kurze Lebenserwartung und sind am erfolgreichsten in der Zucht, solange sie unter einem Jahr alt sind. Die Betta Kampffische in den Tierhandlungen haben meistens ein Alter von mindestens sechs Monaten. Kampffische bauen Blasennester und benötigen weder ein großes Becken noch spezielle Ausrüstung zur Zucht.

Viele Züchter sind der Meinung, dass ein Becken mit nacktem Boden von etwa zehn Litern gut geeignet ist. Idealerweise sollten die Fische vor der Aufzucht mit Lebendfutter gefüttert werden. Das Wasser im Zuchtbecken sollte einen pH-Wert von etwa 7,0 und eine Temperatur von etwa 27 Grad Celsius oder etwas darüber haben.

Das Männchen bläst ein kunstvolles Blasennest, wenn es zum Laichen bereit ist. Dem Weibchen sollte ein Versteck zur Verfügung gestellt werden, da die Männchen während der Balz aggressiv werden können. Auch wenn es ein Versteck gibt, kann es vorkommen, dass das Weibchen während des Laichens einige Schuppen verliert oder die Flossen ausgefranst sind.

Wenn sie zum Ablaichen bereit sind, zeigt das Paar eine intensive Färbung und beginnt, sich unter dem Blasennest zu umkreisen. Das Männchen schlingt sich um das Weibchen, das sich auf den Rücken gedreht hat. Wenn sie die Eier ausstößt, werden sie befruchtet und beginnen zu sinken. Das Männchen schöpft die Eier mit dem Maul und spuckt sie in das Nest. Von diesem Zeitpunkt an kümmert sich das Männchen um die Brut. Es ist ratsam, das Weibchen zu entfernen, da das Männchen ihr gegenüber aggressiv werden kann, während es sich um seine Jungen kümmert.

Das Männchen kümmert sich weiterhin um das Blasennest und spuckt Eier, die herausfallen, zurück ins Nest. Nach ein bis zwei Tagen schlüpfen die Eier, und die Jungtiere hängen mit dem Schwanz nach unten im Blasennest. Sie ernähren sich weitere 1,5 Tage lang von ihrem Dottersack. Während dieser Zeit nimmt das Männchen weiterhin alle Jungtiere auf, die aus dem Nest fallen. Das Männchen sollte innerhalb von zwei Tagen nach dem Schlüpfen der Jungfische entfernt werden, da es die Jungen fressen könnte, sobald sie freischwimmen.

Die Jungfische sollten ein paar Mal täglich mit Baby-Sole-Garnelen oder sehr feinem Babyfutter gefüttert werden. Tetra stellt eine Trockenmischung speziell für eierlegende Fische her, und viele Zoohandlungen führen gefrorene Baby-Sole-Shrimps. Achten Sie darauf, nicht zu viel zu füttern, da das nicht gefressene Futter das Wasser verschmutzt und für die Jungfische schnell tödlich sein kann.

Steckbrief Siamesischer Kampffisch

Klassifizierung: Ordnung: Perciformes – Familie: Osphronemidae – Gattung: Kampffische
Gebräuchliche Namen: Siamesischer Kampffisch, Betta, Kampffisch
Wissenschaftlicher Name Betta splendens, Regan 1910
Synonyme Micracanthus marchei Sauvage, 1879; Betta splendens var. abbreviata Pellegrin, 1925
Färbung Viele Farben und Farbkombinationen aus Orange, Rot, Rosa, Blau, Grün, Türkis, Braun, Weiß, Gelb Braun und Schwarz
Lebensraum/Herkunft Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam

Eingeführt in Singapur, Malaysia, Indonesien, Brasilien, Kolumbien und der Dominikanischen Republik.

Lebenserwartung 3 – 5 Jahre
Fischgröße 6 – 7 cm
Temperatur 24° – 30°C
pH-Werte 6,8 – 7,4
Gesamtwasserhärte 3 – 20 °dGH
Karbonathärte 3-10 °dKH
Aquariengröße ab 30 Liter für ein Männchen
Region im Becken mittler und oberer Bereich
Nahrung Fleischfresser, benötigt Frostfutter und Lebendfutter.
Kann an spezielles Flockenfutter gewöhnt werden
Verhalten aggressiv
Anzahl Tiere 1 Männchen, mehrere Weibchen möglich
Schwierigkeitsgrad einfach
Zucht mittel
Vergesellschaftung friedlichen Fischarten die keine Flossenkneifer sind
Titelbild pixabay

 

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