Achtbindenbuntbarsch oder Schwarzgebänderter Buntbarsch, Rocio octofasciata

Schwarzgebänderter Buntbarsch (Rocio octofasciata)

Merkmale, Herkunft und hilfreiche Informationen zur Pflege im Aquarium

Der häufig in Küstennähe zu findende Süßwasserfisch Rocio octofasciata, häufig als Schwarzgebänderter Buntbarsch oder Achtbindenbuntbarsch bezeichnet braucht ein großes Aquarium. Der ursprünglich aus Mittel- und Nordamerika stammende Fisch kann eine Länge von 25 cm erreichen, wobei er im Aquarium eher nur bis zu 11 cm erreicht. Am besten wird die Art in einem Artenbecken gehalten.

Steckbrief Rocio octofasciata, Schwarzgebänderter Buntbarsch

Herkunft Haltung Wasserwerte Vergesellschaftung Aquarium-Einrichtung Zucht

Namen

Namen und Synonyme
Gebräuchliche Namen:
Schwarzgebänderter Buntbarsch, Achtbindenbuntbarsch, Jack Dempsey Cichlid
Wissenschaftlicher Name:
Rocio octofasciata, Regan 1903
Synonyme
Cichlasoma octofasciatum, Regan 1903; Heros octofasciatus, Regan 1903; Cichlasoma biocellatum, Regan 1909; Nandopsis octofasciata, Regan 1903, Cichlasoma octofasciata, Regan 1903

Herkunft

Ursprung, Habitat und Geschlechtsunterschied
Herkunft und Verbreitung
Südamerika: Beheimatet ist die Art an der Atlantikküste von Mittelamerika wo sie in Mexiko, Belize, Guatemala und Honduras zu finden ist. Einige Populationen haben sich in den Vereinigten Staaten, Russland, Australien und Thailand etabliert.
Natürlicher Lebensraum
Am häufigsten ist der Rocio octofasciata in küstennahen Entwässerungsgebieten und langsam fließenden Unterläufen von Flüssen zu finden. Die Art bevorzugt Gebiete mit langsamer Strömung, warmem, trübem Wasser und einem krautigen, schlammigen und sandigen Substrat. Sie wurde auch in Flusskanälen, künstlichen Kanälen, Entwässerungsgräben, Seen und Teichen gefunden.
Geschlechtsunterschiede
Wenn die Tiere geschlechtsreif sind, können Männchen und Weibchen optisch unterschieden werden. Das Weibchen ist kleiner und farblich etwas blasser als das Männchen. Der Rand der Rückenflosse beim Männchen ist dunkelrot, während er beim Weibchen hellrot ist.
Lebenserwartung
8 bis 15 Jahre

Haltung im Aquarium

Empfehlungen zur Haltung der Art
Aquariengröße
240 Liter, Länge 120 cm
Pflege
Einfach
Fischgröße
9 bis 25 cm
Nachzucht
Substratlaicher
Soziales Verhalten
Friedlich, Aggressiv
Schwarmgröße
Paarweise
Ernährung: Fleischfresser (Carnivor)

In der freien Natur ernährt sich der Rocio octofasciata von Würmern, Krebstieren, Insekten und kleinen Fischen.

Der Rocio octofasciata ist wählerisch bei der Futterannahme. Häufig akzeptiert er nur lebendes oder gefrorenes Futter wie Blutwürmer, Daphnien, Mückenlarven, Artemia und weitere. Nachzuchten aus der Gefangenschaft akzeptieren eher Flockenfutter.

Futter, dass auf dem Boden liegt und sich nicht bewegt, frisst der Schwarzgebänderter Buntbarsch nicht.

Futter Shop: Lebendfutter, Frostfutter, Trockenfutter

Wasserwerte

Die wichtigsten Werte für das Wasser
Wassertemperatur
20 bis 30 °C
pH-Wert
6.5 bis 8
Karbonathärte
6 bis 15 °dKH
Gesamthärte
6 bis 25 °dGH

Verhalten und Vergesellschaftung

Sozialisierung und Aquarienbewohner

Der Schwarzgebänderte Buntbarsch Rocio octofasciata ist kein guter Fisch zur Vergesellschaftung mit anderen Fischarten und Wirbellosen. Am besten wird er in einem großen Artenaquarium gehalten.

Er lässt sich mit gleichgroßen Fischen vergesellschaften, wenn das Aquarium sehr groß ist, sowie über ausreichend Sichtunterbrechungen und Rückzugsorte verfügt.

Achten Sie bei der Auswahl von Beckenpartnern darauf das diese ein vergleichbares Temperament haben. Andere Buntbarsche sind eine Option.

Junge Schwarzgebänderte Buntbarsche Exemplare können bis zur geschlechtsreife problemlos zusammen gehalten werden, danach zeigen sie in der Regel ein aggressives Verhalten untereinander.

Pärchen sind friedlich im Umgang untereinander, aber feindselig gegenüber anderen Artgenossen und ähnlich geformten Fischen. Während der Brutzeit neigt der Rocio octofasciata zu stark erhöhter Aggressivität.

Süßwassergarnelen und Schnecken sind nicht für ein Gemeinschaftsbecken mit dem Schwarzgebänderter Buntbarsch geeignet, da er diese als Nahrung betrachtet.

Vermeiden Sie in einem Gemeinschaftsbecken alle Fische, die ins Maul von Schwarzgebänderten Buntbarschen passen. Nachzuchten aus der Gefangenschaft scheinen weniger aggressiv zu sein als Wildfänge.

Mögliche Aquarienpartner

Größere Buntbarsche, sowie große Salmler und Barben wie die Haibarbe.


Aquarium-Einrichtung

Ausstattung für ein artgerechtes Aquarium

Wie viele andere Cichliden wird der Rocio octofasciata sehr aggressiv, wenn das Becken zu klein ist, weshalb für ein Pärchen von Rocio octofasciata das Aquarium mindestens 120 cm Länge haben muss. Bei der Haltung von mehreren Exemplaren der Art oder der gemeinsamen Haltung mit anderen Buntbarschen sollte das Becken mindestens 200 cm (500 Liter) haben.

Das Becken muss sehr gut strukturiert sein. Aufbauten und Höhlen aus Steinen oder Treibholzwurzeln sind die ideale Umgebung für diese Art. Größere Steine auf dem Bodengrund werden als Laichplätze bevorzugt. Sorgen Sie bei der Einrichtung für genügend Verstecke und dafür das alle Aufbauten sicher stehen. Die Art geht sehr ruppig mit den Einrichtungsgegenständen um.

Aquarienpflanzen:  Rocio octofasciata wühlt sehr stark im Bodengrund was für eine Bepflanzung eine schlechte Voraussetzung ist. Neben Aufsitzerpflanzen auf Wurzeln und Steinen könnte ein hartblättriger Javafarn im Topf gehalten oder von Steinen umschlossen eine Option sein.

Aquarienbeleuchtung: Die Art bevorzugt ein schwaches Licht. Einige Schwimmpflanzen können helfen das Licht zu reduzieren.

Aquariensubstrat: Der Aquarienboden sollte aus eine dicke Schicht aus weichen sandigen bis sehr feinkörnigen Kies bestehen.

Wasserchemie: Bezüglich der Wasserqualität ist diese Buntbarschart recht unempfindlich und stellt keine besonderen Ansprüche an die Wasserparameter.

Aquarienfilter: Rocio octofasciata bevorzugt langsam fließende Gewässer, weshalb die Strömung nicht zu stark sein sollte. Da die Fische ständig im Bodengrund wühlen ist ein Außenfilter die beste Wahl.


Zucht: Schwarzgebänderter Buntbarsch

Vermehrung in Aquarien

Die Nachzucht des Schwarzgebänderten Buntbarsch gestaltet sich nicht schwierig, sobald sich ein harmonierendes Pärchen gefunden hat. Als Offenbrüter reinigt das Achtbindenbuntbarsch Weibchen gründlich den Laichplatz, bevor es bis zu 800 Eier auf einem flachen Stein am Boden ablegt.

Damit sich ein harmonisierendes Paar bilden kann ist es ratsam die Fische möglichst früh zusammenzusetzen, so kommen sie besser miteinander zurecht.

Am erfolgreichsten und stressfreiesten für die Tiere ist die Zucht mit einem Pärchen in einem separatem Zuchtbecken, da das Paar während der Brutzeit äußerst aggressiv gegen alle Fische vorgeht, die sich nähern.

Ein leicht saures Wasser mit einer Temperatur um 28° C bringt die Tiere in Laichstimmung. Sobald die Tiere im Zuchtbecken bereit sind sich zu paaren wird ihre Färbung dunkler.

Als Laichplatz dienen Steine, auf denen das Weibchen die Eier ablegt und das Männchen sie anschließend befruchtet. Anschließend werden die Eier von den Eltern in vorher ausgehobene Gruben gebracht, wobei sie mehrfach verlegt werden und aggressiv gegen Mitbewohner verteidigt werden.

Nach etwa 3 Tagen schlüpfen die Fischlarven und nach etwa weiteren 5 Tagen beginnen die Jungfische sich frei im Becken zu bewegen. Während der ganzen Zeit werden die Jungfische intensiv von den Eltern gepflegt. Die Jungfische werden mit Staubfutter und Artemia-Nauplien gefüttert.

Es gibt Berichte wonach es passieren kann das das Männchen während der Brutzeit dem Weibchen gegenüber aggressiv wird. Beobachten Sie ihre Fische und ggf. entfernen Sie das Männchen.


Titelbild: Doronenko
Achtbindenbuntbarsch

Video auf youtube


Bemerkungen

In freier Wildbahn erreicht der Schwarzgebänderte Buntbarsch er Länge bis zu 25 cm. Im Aquarium liegt die durchschnittliche Länge bei 9 Zentimetern.

Der Fisch mit den vielen Namen

Im Jahr 2007 wurde die Art das letzte Mal klassifiziert und der Gattung Rocio zugeordnet. Davor wechselte die Taxonomie der Art mehrfach, was verwirrend sein kann und unterschiedliche Literaturangaben verursachte.

Auch bei den gebräuchlichen Namen existiert Vielfalt. Während die Art im deutschen Gebrauch als Achtbindenbuntbarsch oder Schwarzgebänderter Buntbarsch bezeichnet wird, hat sie im englischen Sprachgebrauch die Bezeichnung Jack Dempsey erhalten.

Jack Dempsey war in den 1920er Jahren Schwergewichtsboxer und Weltmeister und sein Name ist wohl eine Anspielung auf seine kämpferische Natur und aggressives Verhalten.

In den früheren Jahren der Aquaristik galt ein 60 Liter Aquarium als groß, was dazu führte das der Schwarzgebänderter Buntbarsch noch aggressiver wurde als er normalerweise ist. Bei einem zu kleinen Aquarium und wenigen Rückzugsorten gerät diese Buntbarschart unter Stress und wird sehr aggressiv.


Klassifikation

Taxonomie-Auszug
Ordnung
Familie
Gattung

Etymologie

Rocio: benannt nach der Ehefrau des Forschers, Rocío, wobei „rocío“ auf spanisch auch für „Tau oder Morgentau“ steht und eine Anspielung auf die leuchtenden Flecken auf den Wangen und Seiten einiger Gattungsarten bedeuten kann.

octofasciata: Lateinisch octo, für „acht“ und fasciatus für „gebändert“.


Literaturverweis

  1. Regan, C. T., 1903 – Revue Suisse de Zoologie 11(2): 413-418
    Descriptions de poissons nouveaux faisant partie de la collection du Musée d’Histoire Naturelle de Genève.
  2. Matamoros, W. A., J. F. Schaefer and B. R. Kreiser, 2009 – Zootaxa 2307: 1-38
    Annotated checklist of the freshwater fishes of continental and insular Honduras.
  3. Mayland, H.J., 1980, Die Buntbarsche Amerikas. – A. Philler Verlag, München.
  4. Pashkov, A. N. and D. D. Zvorykin, 2009 – Journal of Ichthyology 49(5: 383-389
    Some Morphoecological Specific Features of Cichlasomine Rocio octofasciata (Perciformes, Cichlidae) from the Population in Lake Staraya Kuban.
  5. Schliewen, U., 1991, Wasserwelt Aquarium. – Verlag Gräfe & Unzer, München
  6. Schmitter-Soto, J. J., 2007a – Zootaxa 1603: 1-76
    A systematic revision of the genus Archocentrus (Perciformes: Cichlidae), with the description of two new genera and six new species.
  7. Sterba, G., 1990, Süßwasserfische der Welt. – E. Ulmer Verlag, Stuttgart.

Weitere Fische aus der Familie