Boraras maculata, Zwergbärbling

Zwergbärbling (Boraras maculatus)

Zwergbärblinge sind kleine Schwarmfische, die in langsam fließenden Schwarzwassergebieten in Südostasien beheimatet sind. Der scheue Süßwasserfisch aus der Familie der Bärblinge eignet sich am besten für ein kleines Artenaquarium aufgrund seiner geringen Größe.

Merkmale, Herkunft und hilfreiche Informationen zur Pflege im Aquarium

Steckbrief Boraras maculatus, Zwergbärbling

Eigenschaften Haltung Wasserwerte Vergesellschaftung Aussehen Aquarium-Einrichtung Zucht

Namen

Namen und Synonyme
Gebräuchliche Namen:
Zwergbärbling, Zwerg-Rasbora
Wissenschaftlicher Name:
Boraras maculatus, Dunker 1904
Synonyme
Rasbora maculata, Duncker 1904

Eigenschaften

Besondere Merkmale dieser Art
Fischgröße
2 bis 2.5 cm
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre
Geschlechtsunterschiede
Geschlechtsreife Weibchen haben einen deutlich runderen Bauch und sind etwas größer als die Männchen. Die Männchen sind im intensiver gefärbt.
Herkunft und Verbreitung
Asien: Malaysische Halbinsel, Südthailand, Ostsumatra, Singapur und die Insel Bintan in Indonesien.
Natürlicher Lebensraum
Boraras maculatus bewohnt Schwarzwasserbäche und -flüsse, die mit Torfsümpfen verbunden sind und das Wasser weich und sauer ist. Das Substrat ist mit abgefallenen Blättern, Zweigen und Ästen übersät. Das Wasser ist durch die Zersetzung des organischen Materials braun gefärbt.
Nachzucht
Freilaicher

Haltung im Aquarium

Empfehlungen zur Haltung der Art
Größe des Aquariums
54 Liter, Kantenlänge 45 cm
Soziales Verhalten
Friedlich; Gruppenhaltung (ab 8 Tieren)
Schwierigkeit der Haltung
Fortgeschritten
Ernährung

In freier Wildbahn ernährt sich der Boraras maculatus von kleinen Insekten, Würmern, Krustentieren und Zooplankton.

Im Aquarium kann er mit Trockenfutter in geeigneter Größe gefüttert werden, jedoch sollte er auch regelmäßig mit kleinen lebenden und gefrorenen Futtertieren wie Daphnien, Artemia und dergleichen ernährt werden, wo für Ihnen der Fisch mit einer optimalen Ausfärbung und Fortpflanzung danken wird.


Wasserwerte

Die wichtigsten Werte für das Wasser
Wassertemperatur
20 bis 28 °C
pH-Wert
4 bis 6.5
Karbonathärte
0 bis 4 °dKH
Gesamthärte
1 bis 5 °dGH

Verhalten und Vergesellschaftung

Sozialisierung und Aquarienbewohner

Zwergbärblinge sind sehr friedliche Schwarmarten. Die Fische sind aktiver, farbenfroher und zeigen ein natürliches Verhalten, wenn sie in einer Gruppe von mindestens 8 Exemplaren gehalten werden.

Nicht viele Aquarium Fische können mit dem Zwergbärbling vergesellschaftet werden da er sehr schüchtern ist und aufgrund seiner geringen Größe von anderen Fischen gefressen wird.

Mögliche Aquarienpartner

Obwohl der Boraras maculatus eher in einem Artenaquarium und nicht in einem Gesellschaftsbecken gehalten werden sollte ist eine Vergesellschaftung mit Fischen der Gattungen Microdevario, Sundadanio, Danionella, Eirmotus, Trigonostigma und Corydoras möglich. Ebenfalls können sie mit Süßwassergarnelen der Gattungen Caridina und Neocaridina gehalten werden.

 


Aussehen

Die allgemeine Körperfarbe der Zwergbärblinge ist orangerot. Sie haben einen großen dunklen Fleck an der Seite ihres Körpers, einen kleinen dunklen Fleck an der Basis ihrer Schwanzflosse und einen kleineren dunklen Fleck an der Unterseite der Afterflosse. Ihre Rücken- und Afterflossen haben dunkle Markierungen entlang des vorderen Randes, die bei den Männchen meistens durch ein intensives Rot hervorgehoben werden. Die Größe und Form der dunklen Markierung am Ansatz der Afterflosse kann unterschiedliche Markierungen haben.


Aquarium-Einrichtung

Ausstattung für ein artgerechtes Aquarium

Das Aquarium für Zwergbärblinge sollte mindestens eine Länge von 45, besser 60 cm haben, damit die kleinen Karpfenfische ausreichend Platz zum Schwimmen haben und dominante Männchen kleine temporäre Territorien bilden können.

Pflanzen: Ein dicht bepflanztes Aquarium schafft Verstecke, Schatten und Sichtunterbrechungen was dem natürlichem Biotop des Zebrabärblings entspricht und während der Paarungszeit von Vorteil ist. Zur Bepflanzung können beispielsweise Microsorum pteropus, Taxiphyllum barbieri oder Cryptocoryne genommen werden, da diese Wasserpflanzen auch bei wenig Licht gut gedeihen.

Licht: In freier Wildbahn ist das ins Wasser einfallende Licht durch Bäume und abfallende Blätter stark reduziert, weshalb der Zebrabärbling eine schwache Beleuchtung im Aquarium erhalten sollte.

Dekoration: Durch Hinzufügen von einigen Schwimmpflanzen, Wurzeln oder Ästen können schattige Plätze gebildet werden und die Lichtmenge im Aquarium so reduziert werden das es der natürlichen Umgebung entspricht.

Filter und Strömung: Im natürlichem Lebensraum sind die Gewässer träge fließend, weshalb auch die Filterung sanft und eine starke Strömung vermieden werden sollte.

Bodengrund: Ein weiches, sandiges Substrat ist eine gute Wahl, es fördert nicht nur das Wohlbefinden der Fische sondern sorgt auch noch für einen guten Kontrast der Fischfarben im Aquarium.

Wasserchemie: Das Wasser sollte weich und sauer sein und bei einem pH-Wert zwischen 4 und 6,5 mit einer Gesamthärte unter 6 liegen.

pH-Wert einstellen: Eine gute Methode den pH-Wert für Boraras maculatus zu regeln ist das Hinzufügen von Torfmoos oder Torfpellets. Für ein kleines Becken ist es ratsam einen Netz- oder Stoffbeutel mit ein wenig Torf in das Becken unter einen Stein zu legen oder wenn möglich dem Filter beizufügen.

Mit dem Torf im Wasser wird der pH-Wert gesenkt und Tannin hinzugefügt. Eine gute Torfmenge für den Anfang sind 3 bis 4 Gramm pro 5 Liter Aquarienwasser. Kontrollieren Sie regelmäßig den pH-Wert und bestimmen sie die richtige Dosis.

Alternativ zum Torf kann auch getrocknetes Laubstreu wie Seemandelbaumblätter dem Becken hinzugefügt werden. Diese Blätter kommen häufig in Schwarzwasseraquarien zum Einsatz. Die Blätter geben Tannine und andere nützliche Verbindungen ab. Außerdem ahmen verrottende Blätter die natürliche Umgebung dieses Fisches nach und sind Lebensgrundlage für Biofilme und Mikroorganismen, die von frisch geschlüpften Jungfischen gefressen werden können.

Fisch einsetzen: Wie bei allen Boraras-Arten sollte auch der Boraras maculatus nur in ein vollständig eingefahrenes Aquarium eingesetzt werden. Achten Sie darauf, dass die Wasserwerte immer stabil bleiben, da diese Art sehr empfindliche auf Schwankungen der Wasserchemie reagiert.


Zucht: Zwergbärbling

Vermehrung in Aquarien

Boraras maculatus ist ein eierstreuender Dauerlaicher, der keinerlei elterliche Fürsorge entwickelt. In einem eingefahrenen Aquarium mit idealen Lebensbedingungen und gut konditionierten Fischen werden ohne weiteres dazu tun immer wieder mal einige Jungfische zu sehen sein.

Mit einer gezielten Vorgehensweise kann der Zuchterfolg erhöht werden. Dafür werden ein oder zwei schwach beleuchtete Zucht-Behälter mit etwa 12 Litern benötigt. Das Zuchtwasser sollte einen pH-Wert zwischen von 5,0 und 6,5 und eine Gesamthärte zwischen 1 und 5 °H, sowie eine Wassertemperatur zwischen 26 und 28°C haben.

Ein Bodengrund und eine Filtration sind nicht notwendig, jedoch sollte der Boden gut mit Javamoos bedeckt sein, damit die Eier im Moos abgelegt werden können. Wer dennoch einen Filter einsetzen will sollte dazu einen kleinen luftbetriebenen Schwarmfilter verwenden.

Die erwachsene Gruppe kann immer noch zusammen aufgezogen werden, aber es sollten auch ein oder mehrere separate Behälter mit einem Volumen von vielleicht 10-15 Litern eingerichtet werden.

Nehmen Sie zwei bis drei Paare aus dem Hauptbecken, wobei die dicksten Weibchen und die farbenfrohesten Männchen genommen werden sollten und setzen Sie diese in die Zuchtbehälter. Lassen Sie den Fischen beim Umsetzen ausreichend Zeit für eine Akklimatisierung um Fischstress zu vermeiden. Wenn die Wasserbedingungen stimmen und sich die Fische wohl fühlen, werden sie bereits am nächsten Morgen mit dem Laichen beginnen.

Wie viele Cypriniden frisst auch der Boraras maculatus seine Eier, jagt aber nicht aktiv nach ihnen, weshalb die Eltern noch einige Tage nach dem ersten Ablaichen im Becken bleiben können um weiterhin abzulaichen, was sich täglich fortsetzt.

Die Jungen verzehren innerhalb der ersten 24 Stunden ihren Dottersack und werden dann frei im Becken schwimmen. Die Anfangsnahrung kann Paramecium oder andere mikroskopische Nahrung sein. Nach 7 bis 10 Tagen werden die Jungfische groß genug sein, um Mikrowürmer und Artemia-Nauplien zu fressen.

Der erste Wasserwechsel sollte frühestens nach einer Woche, besser nach zwei Wochen, erfolgen. Bedenken sie das weitere Jungfische aus späteren Laichzeitpunkten erschienen sein müssten, wenn die Eltern mehrere Tage im Zuchtbecken verblieben sind.


Titelbild: Atulbhats
Video Zwergbärbling

Video auf youtube


Bemerkungen

Zwergbärblinge sind in freier Wildbahn produktiv und werden von der International Union for Conservation of Nature (IUCN ) als „am wenigsten betroffene Art“ eingestuft.


Klassifikation

Taxonomie-Auszug
Ordnung
Familie
Gattung
Boraras

Etymologie

Boraras: Anagramm des Gattungsnamens Rasbora, in bezugnehmend auf das umgekehrte Verhältnis von Bauch- und Schwanzwirbeln bei dieser Gattung.

maculatus: aus dem Lateinischen maculatus, übersetzt mit „gefleckt“.


Verweise

  1. Duncker, G., 1904 – Mitteilungen aus dem Naturhistorischen (Zoologischen) Museum in Hamburg v. 21: 133-207 Die Fische der malayischen Halbinsel
  2. Conway, K. W. and M. Kottelat, 2011 – Zootaxa 3002: 45-51 Boraras naevus, a new species of miniature and sexually dichromatic freshwater fish from peninsular Thailand (Ostariophysi: Cyprinidae)
  3. Kottelat, M., 2013 – The Raffles Bulletin of Zoology Supplement 27: 1-663 The fishes of the inland waters of southeast Asia: a catalogue and core bibiography of the fishes known to occur in freshwaters, mangroves and estuaries
  4. Liao, T. Y., Kullander, S. O. and F. Fang, 2009 – Zoologica Scripta 39(2): 155-176 Phylogenetic analysis of the genus Rasbora (Teleostei: Cyprinidae)

 


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