Platy (Spiegelkärpfling)

Platy der Spiegelkärpfling

Pflege von Spiegelkärpflingen: Platy Xiphophorus maculatus

Der Platy ist bei Aquarianern sehr beliebt, ebenso wie andere pflegeleichte Fische aus der Familie der Poeciliiden, wie Guppys und Mollies. Durch natürliche oder züchterisch induzierte Hybridisierung ist die Vielfalt der Platy-Fische auf dem Markt enorm.

Inhalt:
Erscheinungsbild
Lebensraum
Bedingungen im Aquarium
Fütterung
Verhalten
Vergesellschaftung
Vermehrung

Es scheint so als wenn es einen Platy-Fisch für jede Farbe des Regenbogens gibt: scharlachrote Platys, blaue Platys, sogar schwarze Platys. Einige der Namen sind wirklich originell und suggestiv: Platy Rainbow, Platy Panda, Platy Gold, Platy Mickey Mouse oder Deutschland Platy. In den meisten Fällen beziehen sich die Namen auf die morphologischen Eigenschaften der Fische.

Erscheinungsbild von Platy-Fischen

In freier Wildbahn ist der Platy in der Regel olivfarben, aber die im Handel erhältlichen Farben sind enorm. Platys messen in der Regel zwischen vier und sechs Zentimetern, wobei das Männchen (3,5 Zentimeter) etwas kleiner ist als das Weibchen (6 Zentimeter), das meist größer und runder ist. Es ist möglich, Platy-Weibchen von Männchen zu unterscheiden, weil letztere ein Fortpflanzungsorgan haben, das Gonopodium genannt wird, eine röhrenförmige Modifikation ihrer Afterflosse.

Platy-Weibchen haben eine längliche Form, bei der der Bauch stärker gewölbt ist als der Rücken des Fisches. Das Maul des Fisches zeigt nach oben, typisch für Fische, die es gewohnt sind, von der Oberfläche zu fressen. Es werden zwei Arten von Platy-Fischen unterschieden, solche mit einer Schleierflosse, die nur eine weiter entwickelte Rückenflosse ist, und solche mit einem Nadelschwanz, der dem Schwertträgerfisch sehr ähnlich ist.

Verbreitung und Lebensraum von Platys

Der natürliche Lebensraum des Platys liegt in den ruhigen Gewässern von Bächen und Flüssen in den Küstenregionen von Mexiko, Guatemala, Nicaragua und Belize. Als Hauptfundorte werden die Flüsse Papaloapan und Coatzacoalcos genannt die sich beide in Mexiko befinden.

Die Haltung von Platys im Aquarium

Der Platy benötigt ein Aquarium ab 60 Liter, das gut bepflanzt ist und eine Temperatur zwischen 20º C und 26º C aufweist. Der pH-Wert des Wassers sollte zwischen 7 und 8,2 betragen. Xiphophorus maculatus halten sich im oberen Bereich des Aquariums auf, sie sind Oberflächenschwimmer und finden dort in der Regel ihre Nahrung. Eine üppige Vegetation, zu der auch Oberflächenpflanzen gehören sollten, sorgt dafür das sich der Xiphophorus maculatus auch zurückziehen kann. Besonders in den Abendstunden ist zu beobachten das sich die Tiere gern zwischen den Pflanzen verstecken. Wenn die Weibchen zu stark von den Männchen bedrängt werden ziehen sie sich ins Pflanzendickicht zurück. In einem 60 Liter Becken sollten nicht mehr als sechs Platys gehalten werden.

Futter

Xiphophorus maculatus ist ein Allesfresser und nimmt jedes spezielle Trockenfutter an. Zur optimalen Ernährung gehören auch lebende oder gefrorene Insekten, Krustentiere und Gemüse. Wenn das Aquarium mit anderen Arten geteilt wird, sollten Sie darauf achten, dass sie genug fressen, da sie recht passiv sind und nicht um das Futter kämpfen.

Verhalten und Verträglichkeit

Der Platy ist eine sehr friedliche Fischart, die nicht aggressiv gegenüber anderen Arten sind. Damit sich diese Fischart wohlfühlt sollte sie in einer Gruppe von mindestens fünf Tieren gehalten werden.
In diesem Sinne sollten für jedes Männchen mindestens drei Weibchen eingesetzt werden, um das Risiko von Rivalitäten zwischen den Männchen zu verringern, die sich in der Regel während der Paarungszeit um die Weibchen streiten.

Vergesellschaftung von Platy Fischen

Sie koexistieren sehr gut mit Fischen, mit denen sie Größe und Temperament teilen und ähnliche Aquarienbedingungen benötigen. Sie passen zum Beispiel perfekt zu Mollys, Schwertträgern oder Guppys.
Da es sich um einen Oberflächenschwimmer handelt, können Sie nach anderen suchen, die den Rest des Aquariums nutzen, wie z. B. Corydoras, die den unteren Teil des Aquariums in Anspruch nehmen. Der Platy kann aufgrund seines harmonischen Characters auch mit Panzerwelsen, Antennenwelsen, Schnecken und Muscheln zusammengehalten werden. Zwerggarnelen sind umstritten, so berichten einige Aquarianer das sie problemlos mit Zwerggarnelen gehalten werden können, während andere davon abraten. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten das meine Platys seit Monaten problemlos mit Zwerggarnelen zusammen leben. Allerdings wird der Garnelennachwuchs gern als Futter angesehen.

Der Platy vermehrt sich schnell

Der Platy vermehrt sich leicht und schnell, auch in einem Gesellschaftsaquarium, wo sich die Tiere den Platz mit anderen Fischen teilen. Etwa 24 Tage nach der Befruchtung kommen die voll ausgebildeten Jungen lebendig zur Welt. Bei genauer Beobachtung können Sie einige Tage vor der Geburt einen dunklen Fleck, der als Trächtigkeitsfleck bezeichnet wird, sehen. Je nach Alter des Weibchens werden bis zu 80 Jungtiere geboren. Vermehren kann sich der Platy übrigens auch mit Schwertträgern und Papageienplatys.

Notwendige Zuchtbedingungen
Das einfache bei der Platy-Zucht ist das keine besonderen Bedingungen erfüllt werden müssen. Er vermehrt sich einfach, wenn männliche und weibliche Tiere zusammengehalten werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Vermehrung stattfindet.

Während der Balz schwimmt das Männchen neben dem Weibchen, bis sie sich begatten lässt. Die Begattung verläuft recht unspektakulär und bis auf eine kurze Berührung mit dem männlichen Gonopodium ist auch nicht viel zu sehen. Das einzig auffällige ist das die Männchen die Weibchen regelrecht bedrängen so dass diese oft gestresst sind und versuchen dem Männchen zu entfliehen.
Da das Weibchen den Sperma des Männchens speichert können aus einer einmaligen Begattung mehrere Würfe entstehen.

Ob ein Weibchen trächtig ist, lässt sich deutlich am zunehmend dickeren Bauch erkennen. Einige Tage vor der Geburt sind an den Ausscheidungsorganen dunkle Flecken sichtbar. Kurz bevor die Geburt los geht, werden die Weibchen nervös und halten sich vorwiegend in Bodennähe auf.

Die voll ausgebildeten Jungtiere sehen wie winzige kleine Fische aus, die nicht von den Eltern gepflegt werden. Zu beachten ist das die Eltern dem Nachwuchs nachstellen und ihn fressen. Deshalb ist es wichtig das ausreichend Verstecke im Aquarium vorhanden sind damit einige Jungtiere überleben können. Alternativ müssen die Jungtiere abgefischt werden oder das Weibchen kurz vor der Geburt in einen Laichkasten gesetzt werden.

Wissenschaftlicher Name: Xiphophorus maculatus, Heckel 1848
Gebräuchliche Namen: Platy
Schwierigkeitsgrad: einfach
Verbreitung: Mittelamerika
Lebenserwartung: bis 3 Jahre
Verhalten: friedlich
Wasserparameter: Temperatur 18°C – 28°C, GH 10 – 30, KH 5 – 20, pH 7-8,2
Fütterung: Allesfresser
Endgröße: Männchen 3 – 4 cm, Weibchen 6 cm
Vergesellschaftung: So gut wie alle Fisch-Arten aus Mittelamerika eignen sich gut, Zwerggarnelen, Zwergkrebs, Muscheln
Aquariengröße: ab 54 L, Kantenlänge mindestens 60 cm