Gabelschwanz-Blauauge, Pseudomugil furcatus

Gabelschwanz-Blauauge: Haltung & Zucht

Merkmale, Herkunft und hilfreiche Informationen für Hobbyisten

Artenprofil Pseudomugil furcatus, Gabelschwanz-Blauauge:

Erscheinungsbild Herkunft Geschlechtsunterschiede Lebensraum Ernährung Vergesellschaftung Zucht Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Pseudomugil furcatus
Gebräuchlicher Name: Gabelschwanz-Blauauge
Fischgröße: 6 cm
Temperatur: 24° – 28°C
Haltung: einfach
Aquariumgröße: 54 Liter

Der Gabelschwanz-Blauauge mit dem wissenschaftlichen Namen Pseudomugil furcatus ist ein robuster Regenbogenfisch, der sich leicht züchten lässt und schöngefärbt ist. Der bis zu sechs Zentimeter große Regenbogenfisch ist eine gute Wahl für ein gut bepflanztes Gemeinschaftsbecken, wo er mit anderen Schwarmfischen heimisch werden kann. Dieser Fisch bevorzugt Wasserbedingungen mit einem weichem bis leicht saurem Wasser. Bei guter Akklimatisierung passt er sich auch hartem und alkalischem Wasser an.

Herkunft und Verbreitung

Die Heimat des Gabelschwanz-Blauauge liegt im östlichen Papua-Neuguinea, genau im Peria Creek und dem Kwagira-Fluss. Ursprünglich bewohnt der Fisch nur ein sehr kleines Gebiet in der Gegend der Milne Bay. Infolge von Umweltveränderungen ist er jedoch auch in den nahegelegenen Flüssen und Nebenflüssen zu finden.

In freier Wildbahn leben die Fische in langsam fließenden Flüsse mit dichter Vegetation. Hier finden sie ihre bevorzugte Nahrung die aus Zooplankton, Phytoplankton und wirbellosen Tieren besteht. Die im Aquarienhandel zu kaufenden Tiere werden gezüchtet. Der Erwerb eines wilden Gabelschwanz-Blaugen-Fisches ist eher unwahrscheinlich.

Erscheinungsbild

Mit seinen blauen Augen, dem silbrigen Körper und den leuchtend gelben Streifen auf der Ober- und Unterseite des Körpers während der Brutzeit ist der Gabelschwanz-Blauauge ein Hingucker. Die zwei nach oben gerichteten flügelartigen Brustflossen die sich in der Brutzeit leuchtend gelb färben machen diesen Regenbogenfisch zu einer schönen Ergänzung für viele Gemeinschaftsaquarien.

Vergesellschaftung

Gabelschwanz-Blaugen sind Schwarmfische und sollten mit zehn oder mehr ihrer Artgenossen gehalten werden. Dieser im Allgemeinen friedliche Fisch kann problemlos mit kleineren Grundel- oder Welsarten, Salmlern, Kilifischen, Zwergbuntbarschen und anderen kleinen Regenbogenfischen zusammenleben.

Vermeiden Sie es, diese Art in einem Becken mit langsameren Fischen oder Fischen mit langen, hinteren Flossen zu halten, da sie manchmal beißen und etwas aggressiv sein können. Auch die Vergesellschaftung von Zwergkrebsen sollte vermieden werden da diese gern an den Flossen der Fische zwicken.  Zur Paarungszeit wird das Männchen aggressiv gegenüber den Weibchen. Die Haltung von mehreren Weibchen auf ein Männchen vermindert den Stress für die weiblichen Tiere.

Lebensraum und Pflege für den Gabelschwanz-Blauauge

Der natürliche Lebensraum des Gabelschwanz-Blauauge ist langsam fließendes Wasser mit dichter Vegetation die jedoch auch genügend Raum zum Schwimmen bietet. Um einen ähnlichen Lebensraum nachzubilden, wählen Sie ein 54-Liter-Aquarium oder größer und fügen Sie einen dunklen, feinen, sandigen oder felsigen Bodengrund hinzu.

Am besten kommt diese Art zur Geltung, wenn ein dunkles Substrat verwendet wird. Dies hebt nicht nur die Farben hervor, sondern sorgt auch für das Wohlbefinden der Fische. Dekorieren Sie das Aquarium mit Flusssteinen, Treibholz, verwurzelten und schwimmenden Pflanzen.  Für ein gutes Gedeihen dieses Fisches sind lebende Pflanzen ein Muss. Das Wasser sollte mit viel Sauerstoff angereichert sein und das Filtersystem sollte keine starke Strömung erzeugen.

Der Gabelschwanz-Blauauge gehört zu den Fischen, die sich aktiv und schnell im Becken bewegen. Sie werden beobachten können wie sich der Fisch spielend durch die Pflanzen bewegt, sich wendig dreht und schwimmt. Er hält sich bevorzugt im mittleren Beckenbereich auf und bleibt so lange in Bewegung wie die Aquarienbeleuchtung eingeschaltet ist.

Um ein bestmögliches Sozialverhalten zu erreichen, sollten Gabelschwanz-Blauaugen aus Gruppe von zwei bis drei Männchen mit sechs bis sieben Weibchen bestehen.

Die kleinen Regenbogenfische benötigen eine lange Akklimatisierungszeit die mehrere Stunden andauern kann, bis sie sich an eine neue Umgebung im Aquarium zu gewöhnt haben. Eine schnelle Umstellung auf andere Wasserchemie und Temperatur sollte vermieden werden.

Gabelschwanz-Blauauge Ernährung und Fütterung

Ein großer Vorteil des Gabelschwanz-Blauauge-Fisches ist seine unkomplizierte Fütterung: Er hat fast keine besonderen Bedürfnisse. Wählen Sie Flocken, Mikropellets und kleines Frostfutter wie Daphnien, Baby-Sole-Garnelen (Artemia-Nauplien) und Cyclops. Auch Granulat– und Lebendfutter werden gern angenommen.

Geschlechtsunterschiede

Männliche Gabelschwanz-Blauaugen-Fische erkennt man an ihren kräftigeren Farben und ihrer auffälligen Flossenform. Die Flossen sind gebogen und fast flügelartig und leuchtend gelb. Die Weibchen und Jungtiere haben die gleiche Grundfärbung wie die Männchen, aber die Farben sind nicht so leuchtend. Die Weibchen sind auch etwas kleiner als die Männchen.

sera aquarium

Zucht und Aufzucht des Gabelschwanz-Blauauge Fisches

In ihrer natürlichen Umgebung ist der Gabelschwanz-Blauauge ein recht kurzlebiger Fisch, was wiederum dazu geführt hat das diese Art schnell geschlechtsreif wird. Bereits nach 8 Monaten sind die Männchen geschlechtsreif und bleiben dies in etwa bis zum ihrem 15ten Lebensmonat. Danach sind sie zu alt für die Zucht. In Gefangenschaft leben die Tiere jedoch länger.

Der Gabelschwanz-Blauauge ist nicht nur einer der am einfachsten zu haltenden Regenbogenfische in einem Gesellschaftsaquarium, sondern auch einer der am einfachsten zu züchtenden seiner Art. Diese Art paart sich in der Regel im Schwarm und legt ihre Eier zwischen feinfiedrigen Pflanzen ab.

Wenn mehrere Männchen im Becken gehalten werden, dann richtet sich jedes Männchen sein eigenes revier ein. Damit dies möglich wird und es Ausweichmöglichkeiten für die rivalisierenden Männchen gibt ist es nötig das das Becken gut bepflanzt ist. So kann jedes Männchen seinen Platz besetzen. Auch die Verwendung von mehreren Zuchtmobs ist eine gute Option. Während dieses Paarungsrituals verbleiben die Weibchen in der Mitte des Aquariums.

In der Regel beginnen die Männchen in den frühen Morgenstunden damit um die Weibchen zu werben. Es lohnt sich, dafür aufzustehen, denn die Tänze der Männchen sind sehr schön. Wenn mehrere Männchen vorhanden sind, dann kann es zu kurzen Gefechten um die Vorherrschaft kommen, aber oftmals ignorieren sie sich gegenseitig.

Gegen Ende des Paarungsrituals wird ein Weibchen dem Männchen zu dem vom Männchen ausgewählten Platz folgen um abzulaichen. Erkennbar ist der Schlussakt daran das beide Fische in den unteren Bereich abtauchen und dicht nebeneinander zur Laichstelle schwimmen. Sobald sie sich dem Platz genähert haben, schwimmen sie aufeinander zu und geben gemeinsam Eier und Milch ab.

Für die Aufzucht dieses bemerkenswerten Fisches ist ein wenig Geduld erforderlich. Es dauert mindestens 14 Tage bis die Jungtiere schlüpfen. Durch diese lange Zeit besteht die Gefahr das die Eier verpilzen und deshalb ist es ratsam die Eier in einem sterilen Wasserbecken mit Pilzbehandlung unterzubringen.

Sobald die Jungtiere geschlüpft sind und freischwimmen, beginnen sie sofort damit sich selbst zu versorgen. Sie sind sofort groß genug, um lebende Baby-Garnelen und Trockenfutter in Pulverform zu fressen.

Nach ca. drei Wochen sollte ein Schwammfilter im Aufzuchtbecken verwendet werden, ein wöchentlicher Wasserwechsel von 20% erfolgen und die Tiere sollten bis zu sechsmal täglich gefüttert werden. Sofern alles gut verläuft, erreichen die Jungtiere nach drei Monaten eine Größe eines Zentimeters.

Steckbrief Gabelschwanz Blauauge

Klassifizierung: Ordnung: Atheriniformes – Familie: Pseudomugilidae
Gebräuchliche Namen: Gabelschwanz Blauauge, Popondetta Blauauge
Wissenschaftlicher Name Pseudomugil furcatus
Synonyme Popondetta furcata
Fischgruppe Ährenfischartige, Regenbogenfische, Blauaugen
Färbung silbergraue Grundfarbe mit gelben Flossen
Lebensraum/Herkunft Australien, Papua-Neuguinea
Lebenserwartung bis 3 Jahre
Fischgröße bis 6 cm
Temperatur 24° – 28°C
pH-Werte 6,0 – 7,5
Gesamtwasserhärte 5 – 15 °dGH
Karbonathärte 2 – 6
Aquariengröße ab 54 Liter, ab 60 cm Kantenlänge; empfohlen 80 Liter
Region im Becken mittlerer Bereich
Nahrung Allesfresser, benötigt zusätzlich Frostfutter oder Lebendfutter
Verhalten friedlich
Anzahl Tiere min. 10 Tiere
Schwierigkeitsgrad einfach
Zucht einfach
Vergesellschaftung Grundel- oder Welsarten, Salmlern, Kilifischen, Zwergbuntbarschen
Titelbild Dirk Godlinski