Procambarus alleni

Blauer Floridakrebs – Haltung und Pflege

fischfutter

Artenprofil Procambarus alleni, Blauer Floridakrebs

Der Blaue Floridakrebs ist die Zuchtform der Procambarus alleni, welche östlich des Saint Johns River und im südlichen Florida leben. In heimischen Aquarien ist fast ausschließlich diese blaue Variante zu finden, Blauer Floridakrebs ist deswegen bereits der eingedeutschte Name der Procambarus alleni. Diese Flusskrebse werden mit Scheren 10 bis maximal 15 cm lang und sind einzeln ab 54, als Pärchen ab 108 Litern mit einer Kantenlänge von mindestens 80 cm zu halten. Blaue Floridakrebse sind Einzelgänger und brauchen deswegen Bereiche, die sie für sich beanspruchen können.

Das Verhalten dieser Flusskrebse ist abhängig von der Wassertemperatur. Zum einen steigt mit dieser der Stoffwechsel und damit der Energiebedarf. Zum anderen werden Blaue Floridakrebse im oberen Temperaturbereich sehr aggressiv. Aus beiden Gründen überwältigen sie dann auch am Boden suchende oder schlafende Fische und gehen auf Artgenossen los. Dass sie gerne mal ein paar Schnecken fressen, ist hingegen normal. Mit Garnelen und Friedfischen der oberen Wasserzonen verstehen sie sich besser.

Die Weibchen sind durchaus mit 3,5 cm geschlechtsreif. Eine Paarung gelingt aber nur, wenn die Weibchen größer als die Männchen sind. Letztere überwältigen die Weibchen nach der Häutung, da nur dann die Paarung gelingt. Die Weibchen legen 50 bis 200 Eier und halten diese für 3 bis 5 Wochen am Körper. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungkrebse noch ein paar Tage unter dem schützenden Bauch der Mutter und sind dann selbstständig. Werden sie nicht von ihren Eltern gefressen, verspeisen sie sich zum Großteil gegenseitig.

Äußere Erscheinung der Blauen Floridakrebse

Die Besonderheit der Blauen Floridakrebse ist nicht allein das strahlende Blau des Panzers, sondern auch die gepunktete Marmorierung. Dieses Blau und die Marmorierung treten aber nicht immer gleich intensiv auf. Das mag auch an der Fütterung liegen oder daran, ob sie kurz vor der Häutung sind.

Wie auch bei anderen Flusskrebsen geht der spitze Kopf fließend in den gedrungenen Rumpf und dieser in den sich verjüngenden Gliederschwanz über. Vom Kopf spreizen die Antennen nach vorne, zum Maul befinden sich die Mundwerkzeuge und darunter die kräftigen Zangen, dahinter die Schreitbeine und versteckter unter dem Schwanz die Schwimmbeine. Die Augen sind schwarz, die Unterseite hell.

Die Scheren der Männchen sind schmaler und länger. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal sind jedoch die Genopoden der Männchen. Wer die Krebse greift und auf den Rücken hält, kann diese Begattungsgriffel an der hinteren Unterseite erkennen oder hat ein Weibchen in der Hand.

  • Wissenschaftlicher Name: Procambarus alleni
  • Temperament: Einzelgänger, im oberen Temperaturbereich aggressiv
  • Temperaturbereich: 14 bis 28° Celsius
  • Wasserwerte: pH 6 bis 8 mit 10 bis 25°dGH und bis 20 KH – Mittelwerte wählen
  • Vergesellschaftung: mit Friedfischen der oberen Schwimmzonen, Garnelen bei genügender Ausweichmöglichkeit

Blauer Floridakrebs im Aquarium

In freier Natur sind Procambarus alleni Einzelgänger. Es müssen sich also Weibchen und Männchen aus dem Weg gehen können, indem sie Reviere bilden. Deswegen sind längliche Aquarien mit genügender Grundfläche zu wählen. Pro Exemplar wären 54 Liter oder mehr perfekt.

Auch Blaue Floridakrebse wühlen gerne im Bodengrund oder bewegen Gegenstände. Sand, Soil oder runder Feinkies eignen sich als Bodengrund. Mehrere mittelgroße Kiesel, Pflanzen, Verstecke oder sonstige Gegenstände dienen als Landmarken für die Revierbildung. Gerade an Verstecken in Pflanzen, unter Wurzeln, in Steinaufbauten oder Lochgestein darf es nicht mangeln. Auch Tonröhren und Kokosnussschalen werden gut angenommen.

Während der CPO mit seinem leuchtenden Orange besonders gut auf dunklem Grund zur Geltung kommt, ist das leuchtende Blau der Procamabarus alleni flexibler. Zu hell sollte der Bodengrund vielleicht nicht sein. Aber von erdfarben bis schwarz oder auch auf Grün kommt dieses strahlende und marmoriert gefleckte Blau richtig zur Geltung.

Bei der Bepflanzung stoßen viele schnell an ihre Grenzen, der Procambarus alleni frisst einem das ganze Aquarium kahl. Es eignen sich deswegen nur sogenannte Barschpflanzen wie Anubien, Schwertblätter, Kongofarn oder aber Schwimmpflanzen. Diesem Pflanzenfraß lässt sich mit pflanzlicher Kost wie Spinat oder Erbsen aus dem Tiefkühlfach entgegenwirken. Auch getrocknetes Falllaub von Obstbäumen oder anderen geeigneten Bäumen wird gut angenommen. Seemandelbaumblätter, Erlenzäpfchen oder etwas Morkienwurzel wirken sogar noch entkeimend.

Neben der pflanzlichen Kost sind tierische Proteine notwendig. In freier Natur fressen diese Flusskrebse sogar Aas. Im Aquarium bieten sich Futtertabletten, Tubifex oder andere Proteinquellen an. Um alles abzurunden sind auch Spirulina-Tabs und Fertigfutter für Krebse eine gute Ergänzung.

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Wasserwerte und Wasserwechsel

Flusskrebse wühlen gerne im Bodengrund, wodurch die Wasserbelastung deutlich steigt. Der Aquarienfilter muss deswegen etwas überdimensioniert sein. Es ist darauf zu achten, dass dieser keine Jungkrebse mit ansaugt. Ein HMF-Reaktor wäre geeignet, solange die Altkrebse die Filtermatte nicht zerrupfen. Der Luftheber bringt zugleich Sauerstoff in das Wasser, welcher sonst über einen Ausströmer kommen müsste. Immerhin wollen Blaue Floridakrebse eine hohe Sauerstoffsättigung.

Neben der Filterung muss es regelmäßige Wasserwechsel geben. Wöchentlich ein Drittel wäre das Minimum, zweimal wöchentlich ein Viertel wäre besser. Das frische Wasser muss nicht nur auf Temperatur sein, sondern auch die nötige Qualität mitbringen. Es dürfen keine Schwermetalle, Weichmacher oder andere Giftstoffe enthalten sein. Ein Wasseraufbereiter für Wirbellose wäre also eine Überlegung wert.

Neue Pflanzen sind vor dem Einsetzen über mehrere Tage mehrfach am Tag im Lebensmitteleimer zu wässern, Bleigewichte vorher zu entfernen. Auch ein späterer Pflanzendünger muss sich für Wirbellose eignen.

Selbst die neu gekauften Flusskrebse müssen sozusagen erst gewässert werden, bevor sie in das bereits eingefahrene Aquarium dürfen. Mit etwas Wasser aus dem Transportbeutel kommen sie in den lebensmittelechten Eimer. Es soll über Stunden ein Vielfaches an Wasser aus dem Aquarium langsam in den Eimer tröpfeln, dann überstehen die Krebse den Einzug.

Gefahrenabwehr für Blaue Floridakrebse

Leider klettern Flusskrebse und damit auch die Procambarus alleni gerne bis über den Beckenrand hinaus. Der Deckel muss deswegen durchgehend fest aufliegen. Wird es im Sommer zu warm, kann ein Ventilator auf den Deckel blasen oder die verkürzte Beleuchtung rückt in die frühen Morgenstunden. Hilft auch das nicht, wäre ein Wasserkühler zu verwenden.

Es gibt aber auch aggressive Fische oder bei einem Überbesatz Artgenossen, die einen „Butterkrebs“ direkt nach der Häutung erlegen. Ein Mangel kann auch zu Häutungsproblemen und damit zum Tod führen, weswegen immer auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu achten ist.  Fehlt mal ein Körperteil, ist dieses aber zu verschmerzen, da es nachwächst.

Im Übrigen sind nordamerikanische Flusskrebse eine Gefahr für alle anderen Flusskrebse, da sie selten bis garnicht an der Krebspest erkranken und diese damit unbemerkt übertragen.

Blauer Floridakrebs als Empfehlung für Anfänger

Ob Anfänger oder einfach mal etwas schlampig – der Blaue Floridakrebs ist einfach in der Haltung, solange die Grundlagen beachtet werden. Ohne regelmäßige Pflege und eine abwechslungsreiche Fütterung geht es nicht. Dass mal wieder die Pflanzen angenagt oder ausgegraben sind, raubt einem die Nerven. Dafür danken es diese schönen und aktiven Krebse mit ihrer Erscheinung und ihrem Tatendrang. Sie sind besonders schön zu beobachten. Ein Überbesatz ist genau deswegen zu vermeiden, damit jeder Procambarus alleni sich entfalten kann, um jeden einzelnen für sich kennenzulernen.

Titelbild: Carnat Joel