Helostoma temminkii Küssender Gurami

Küssender Gurami: Haltung & Zucht

Merkmale, Herkunft und hilfreiche Informationen für Hobbyisten

Artenprofil Helostoma temminkii, Küssender Gurami:
Erscheinungsbild Herkunft Geschlechtsunterschiede Nahrung Vergesellschaftung Zucht Steckbrief

Wissenscaftlicher Name: Helostoma temminkii
Gebräuchlicher Name: Küssender Gurami, Kussgurami
Fischgröße: 30 cm
Temperatur: 22 – 27 °C
Haltung: mittel
Aquariumgröße: min. 220 Liter

Der Name Küssender Gurami oder auch Kussgurami leitet sich von dem ab, was wie ein Kuss zwischen den Fadenfischen aussieht. Bis heute ist dieses Verhalten auch für die Wissenschaft rätselhaft, worin der Zweck dieses Verhaltens besteht. Man geht jedoch davon aus das es sich dabei um ein harmloses Verhalten handelt das an Stelle eines Revierkampfs erfolgt, da der Kuss nur zwischen zwei Männchen erfolgt. Diese Vermutung wird durch die Tatsache unterstützt das mit zunehmender Alterung der Fische der Drang zur gegenseitigen Herausforderung abnimmt. Gleichzeit nimmt mit dem Alter auch der Wunsch nach Paarung ab.

Herkunft und Verbreitung

Der bei vielen Hobbyisten beliebte Küssende Gurami ist auf der indonesischen Insel Java beheimatet und kommt auch in Borneo, Kambodscha, Malaysia, Thailand und Vietnam vor. In den südlichen Regionen von Indochina wird er als Speisefisch gezüchtet. Auch in Thailand und Singapur wird er gern verspeist und ebenfalls für den Aquarienhandel gezüchtet.

Erscheinungsbild des Küssenden Gurami

Es gibt drei Farbvarianten vom Küssenden Gurami: eine rosafarbene bzw. fleischfarbene Farbe, eine silber-grüne Variante und eine gesprenkelte oder gescheckte Variante. Die rosafarbene Variante kommt in der Natur nicht so häufig vor und ist das Ergebnis einer Verringerung der Pigmentierung, die als Leuzismus bezeichnet wird. Dieses Merkmal wurde speziell für den Aquarienhandel gezüchtet, da viele Aquarianer diese Farbe bevorzugen.

Das grüne Exemplar des Küssenden Guramis ist seine natürlich vorkommende Färbung. Er hat einen dunklen Streifen am Rand der Rücken- und Afterflossen. Sowohl der rosa als auch der grüne werden gelegentlich als eigene Arten beschrieben. Dies ist jedoch nicht der Fall. Als weitere Variante gibt es noch den gesprenkelten oder gescheckten Gurami der ebenfalls manchmal im Hobby zu sehen ist.

Eine weitere Mutation, die im Aquarienhandel gezüchtet wurde, ist ein Küssender Gurami, der etwas kürzer, aber rundlicher ist was ihm ein eher ballonartiges Aussehen verleiht. Dieser mutierte Stamm ist nicht so widerstandsfähig wie die in der Natur vorkommenden Sorten und erreicht auch nicht die Lebensdauer wie die anderen Varianten.

Vergesellschaftung und Lebensraum: Küssender Gurami

Der Küssende Gurami ist dafür bekannt, dass er sich mit einigen Fischarten rauft und deshalb kann er nicht mit kleineren Fischen zusammengehalten werden. Obwohl er in einem Gemeinschaftsbecken mit mittelgroßen Fischen gehalten werden kann, sollte er genau beobachtet werden, um sicherzustellen, dass er andere Fische nicht doch angeht. Potenzielle Beckengefährten können Schmerlen, Barben, große Salmler, einige Arten von Buntbarschen und einige Welse sein.

Küssende Fadenfische rammen manchmal die Seiten anderer Fische, so dass diese ihren Schleimmantel abstreifen und ihre Haut möglicherweise beschädigen. Wenn dies geschieht, ist es ratsam, die Fische zu trennen.

Küssende Fadenfische haben die Eigenart das sie manchmal die Seiten anderer Fische rammen, so dass bei ihnen der Schleimmantel abgestreift wird, was zu Beschädigungen der Hautführen kann. Wenn dies geschieht, sollten die Fische getrennt werden.

Der Küssende Gurami hat zwar auch Kiemen, aber die sind wie bei allen Labyrinthfischen normalerweise nicht in der Lage, genügend Sauerstoff aus dem Wasser zu gewinnen, um zu überleben. Daher müssen sie den Großteil ihres Sauerstoffbedarfs durch das Schlucken von Luft an der Wasseroberfläche decken. Aus diesem Grund ist es wichtig, ihnen in allen Beckenbereichen Zugang zur Wasseroberfläche zu gewähren.

Der Helostoma temminkii braucht warm temperiertes Wasser und benötigt viel pflanzliche Kost fressen. Als Lebensraum im Aquarium sollten Sie künstliche Pflanzen oder robuste lebende Pflanzen wie Javafarn oder Javamoos verwenden. Zarte lebende Pflanzen werden wahrscheinlich bis auf den Stängel abgefressen.

In der Natur wird der Küssende Gurami Küsser bis zu einem halben Meter groß, aber im Aquarium erreicht er im Allgemeinen bis zu 30 cm. Aber selbst ein kleiner Küssenden fadenfisch ist zu groß für ein Aquarium mit weniger als 100 Litern, daher sollte diese Art nicht in Minibecken gehalten werden. Ein optimales Becken für diese Fischart hat mindestens 300 Liter mit einer mäßigen Strömung. Das Aquarium sollte abgedeckt sein und genügend Platz zwischen der Aquarienbbdeckung und der Wasseroberfläche bieten damit der Fisch warme, feuchte Luft zum atmen hat. Ein Küssender Gurami wird bei richtiger Pflege weit über zwei Jahrzehnte alt.

Ernährung und Fütterung von Kussguramis

Küssende Fadenfische sind allesfressende Fische. Auf der Innenseite der offensichtlichen Lippen hat ein Küssender Gurami eine Reihe von feinen Zähnen, die zum Abweiden von Algen und pflanzlichen Stoffen dienen. Füttern Sie ihn regelmäßig mit frischen Salat, gekochten Zucchini oder Erbsen, um die Gesundheit Ihres Guramis zu erhalten. Beachten Sie das nicht gefressenes Gemüse aus dem Becken entfernen da nicht gefressene Portionen schnell das Wasser verunreinigen.

Sie sollten reichlich Spirulina-Futter sowie frisches Gemüse erhalten, wenn möglich. Ein Küssender Gurami akzeptiert auch eine Vielzahl von Proteinfutter, darunter Flockenfutter, gefrorenes und gefriergetrocknetes Futter sowie kleine lebende Fische wie Tubifex und Salinenkrebse.

Geschlechtsunterschiede

Beide Geschlechter von Küssenden Fadenfischen sehen fast identisch aus, von der ovalen Form bis zu den dicken fleischigen Lippen. Es ist fast unmöglich, das Geschlecht dieser Fische zu bestimmen, bis sie ablaichen. Während der Paarungszeit wird der Körper des Weibchens rund, da er sich mit Eiern füllt.

Zucht des Küssenden Fadenfischs

Potenzielle Zuchttiere sollten mit Lebendfutter konditioniert werden und ein großes Becken mit weichem, warmem Wasser (27 Grad Celsius) zur Verfügung haben. Im Gegensatz zu anderen Labyrinthfischen baut der Küssende Gurami keine aufwendigen Blasennester, obwohl das Männchen wahllos Blasen an die Oberfläche pusten kann.

Das Ablaichen beginnt, indem sich das Pärchen umkreist, das in ein Anstupsen und Tanzen übergeht. Darauf folgt ein intensives Schlagen der Schwänze. Schließlich schlingt das Männchen seinen Körper um das Weibchen und dreht es auf den Kopf. Das Weibchen gibt Hunderte oder sogar Tausende von Eiern ab, die vom Männchen befruchtet werden, während sie an die Oberfläche steigen.

Werden vor dem Ablaichen Schwimmpflanzen oder Salat auf die Wasseroberfläche gelegt, bleiben die Eier daran haften, und die Jungfische können sich von den auf der Vegetation wachsenden Infusorien ernähren. Entfernen Sie die Elternfische nach dem Ablaichen, da sie ihre eigenen Jungen fressen könnten.

Die Eier schlüpfen nach etwa einem Tag, und nach weiteren zwei Tagen sind die Jungfische freischwimmend. Füttern Sie sie mit sehr feinem Flockenfutter oder kleinem Lebendfutter wie frisch geschlüpften Salinenkrebsen oder Artemia Eiern.

Steckbrief Küssender Gurami

Klassifizierung: Ordnung: Anabantiformes – Familie: Helostomatidae – Gattung: Trichogaster – Art: Helostoma temminkii
Gebräuchliche Namen: Küssender Gurami, Küssender Fadenfisch, Kussgurami
Wissenschaftlicher Name Helostoma temminkii, Cuvier & Valenciennes 1831
Synonyme Helostoma oligacanthum, Helostoma rudolfi, Helostoma servus, Helostoma tambakkan, Helostoma temmincki Cuvier, Helostoma temminkii Cuvier
Fischgruppe Labyrinthfische, Fadenfische
Färbung rosa oder grün
Lebensraum/Herkunft Thailand, Vietnam, Sumatra, Borneo, Java, Kambodscha, Malaiische Halbinsel und möglicherweise im Osten Myanmars
Lebenserwartung bis zu 25 Jahre
Fischgröße bis zu 30 cm
Temperatur 22° a 27 °C
pH-Werte 6,0 – 8
Gesamtwasserhärte 4 bis 20 ° dGH
Karbonathärte 5 bis 20
Aquariengröße ab 220 l , ab 120 cm Kantenlänge
Region im Becken hauptsächlich im oberen und mittleren Bereich
Nahrung Allesfresser, benötigt zusätzlich Frostfutter oder Lebendfutter
Verhalten Moderat aggressiv
Anzahl Tiere Gruppen ab drei Tieren
Schwierigkeitsgrad Mittel
Vergesellschaftung mit friedlichen mittelgroßen Fischen und gleichen Wasserwerten
Titelbild Green Yoshi